Bonjour Paris

Bonjour Paris

Unsere diesjährige Städtereise als Freundinnen mit Kindern führte uns nach Paris. Eine Stadt, die ich bereits zweimal ohne Kinder gesehen habe, wurde dank der Kleinen nochmal ganz neu entdeckt. Paris bietet viele spannende Geschichten und Fakten über unbekannte Ecken, Orte und Details, die auf Kinder einen ganz besonderen Reiz ausübt.

Unterkunft
Untergekommen sind wir in einer tollen Ferienwohnung im Stadtteil Clichy, gebucht über Airbnb. Das Viertel liegt perfekt für eine Anreise mit Auto. Unsere Unterkunft lag direkt an der Metrolinie 13, sodass man in ca. 15 Minuten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erreichen konnte.

Öffentliche Verkehrsmittel
Mit einem Tagesticket können u.a. Metro und Busse kostenlos genutzt werden. Damit erreicht man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. Das Tagesticket kann aufs Handy oder auf die so genannte Navigo-Karte geladen werden. Die Navigo-Karte kann an jeder Station einmalig gekauft und immer wieder neu aufgeladen werden. Jedes Familienmitglied ab 4 Jahren benötigt ein eigenes Ticket.
Die meisten Metrolinien sind nicht mit Aufzügen oder Rolltreppe ausgestattet. Buggy und Kinderwagen müssen daher die Treppe rauf- und runtergetragen werden.
Aus der Metrolinie M1, M4 und M14 fahren die Bahnen vollautomatisch. Dort, wo ansonsten die Führerkabine ist, befinden sich u.a. eine Spiele-Steuerung und/oder der direkte Blick in den Tunnel. So können sich Kinder wie echte Metro-Fahrer fühlen.

Nachfolgend habe ich einige Tipps zusammengestellt, mit denen ihr eure Tage in Paris mit Kindern entspannt und trotzdem aufregend gestalten könnt.

Eiffelturm: Der Klassiker! Die Karten für den Eiffelturm sollten frühzeitig online gebucht werden. Wir haben mit Kindern ein Aufzugticket für die zweite Plattform genommen. Das ist entspannt mit Kindern und reicht völlig. Von der zweiten Plattform aus hat man eine tolle Aussicht über Paris. Wir haben uns im Bistro mit Pommes und Co. verpflegt und beim Essen die wunderbare Aussicht genossen.
Für den Abstieg haben wir die Treppe genommen. Das ist für Kinder gut möglich und man kann auf der ersten Plattform einen Halt einlegen. Die erste Plattform bietet ein Sonnendeck, ein Glasboden und Informationen über die Geschichte des Turms.
Der Bereich unterm Eiffelturm ist übrigens ein abgegrenzter Vorplatz mit Toiletten, Bistro und zwei kleinen Seen. Bevor es also auf den Eiffelturm geht, per Aufzug oder zu Fuß, musss man durch eine Sicherheitskontrolle, um zum Vorplatz zu gelangen. Man kann also sehr gut früher anreisen und sich hier aufhalten. Der Vorplatz kann auch ohne Ticket besucht werden.

Arc de Triomphe: Wer mit der Metro unterwegs ist, der kann einen Halt an der Metrostation Charles de Gaulle-Étoile machen und landet direkt beim Triumphbogen. Der Arc de Triomphe wurde auf Befehl des Kaisers Napoleon gebaut, der seine Truppen nach der Schlacht von Austerlitz versprach, durch den Triumphbogen heimzukehren. Die Aussichtsplattform bietet eine weitere Möglichkeit, die Stadt aus der Vogelperspektive zu betrachten. Hier ist jedoch Fußarbeit von Nöten, da es keinen Aufzug gibt.

Notre Dame: Die steinernen Kraturen auf der Kathedrale sind mir noch aus dem Film „Glöckner von Notre Dame“ bekannt. Früher dachte man, dass sie nachts lebendig werden. Im Film waren sie die Freunde von Quasimodo. Auch heute noch kann man sie bei einem Besuch finden. Die Kathedrale kann kostenlos besucht werden und ist auch für Kinder aufgrund ihrer unfassbaren Größe eindrucksvoll. Die Türme sind für Besucher geöffnet.

Eiffelturm
Arc de Triomphe
Notre Dame

Les Berges de Seine: Entlang der Seine gibt es wunderschöne familientaugliche Spazierwege direkt am Ufer entlang. An mehreren Stationen gibt es Kletterwände sowie kleine Spiel- und Sitzmöglichkeiten.

Bootsfahrt auf der Seine: Es gibt viele Möglichkeiten über die Seine zu schippern. Batobus ist eine Art Hop-On Hopp Of Variante, deren Route zu den wichtigsten Zielen entlang des Flusses führt. Perfekt für eine Mischung aus Flussfahrt und Fähre.

Brücken: Viele Brücken in Paris haben eine besondere Geschichte. Wer sich im Vorfeld darüber informiert, kann gemeinsam vor Ort auf die Suche gehen und spannende Details entdecken. Der Soldatenstatue am Pont de l’Alma, die an einen Sieg seines Regimes erinnert, dient heutzutage als Hochwasseranzeige. Wenn das Wasser die Füße der Statue erreicht, wissen die Pariser, dass Hochwasser ist. An der kitschige Brücke Pont Alexandre III dienen die vier Pfeiler mit vergoldeten Figuren nicht nur dem Auge, sondern auch der Stabilität. Und die Grusel-Gesichter an der Brücke Pont Neuf sind Fabelwesen, die böse Geister vertreiben sollen. Diese und viele weitere Geschichten sind für Kinder sicher spannend und verkürzen die Wegezeiten.

Kletterwand – Les Berges de Seine
Pont Alexandre III
Bootsfahrt auf der Seine
Liebesschlösser

Museum: Viele staatliche Museen in Paris sind für Kinder kostenlos wie z.B. Louvre, Museé d’Orsay, Galerie de l’Evolution und Galerie de Paléontologie.

Parks für Familien: Paris hat wunderschöne Parkanlagen, die sich perfekt für eine Auszeit vom Trubel eignen. Der Park Jardin Nelson Mandela bietet einen Spielplatz für kleine und große Kinder. Direkt angrenzend befindet sich ein großes Einkaufszentrum mit einem kleinen Lego Store. Im Park Jardin de Luxembourg findet man eine kleine Version der Freiheitsstatue, ein Karussell und ein Teich, auf dem man kleine Segelboote schippern lassen kann. Diese können vor Ort ausgeliehen werden. Segelboote schippern auch auf dem Teich im Park Jardin des Tuileries, ein Park direkt neben dem Louvre. Der Park Jardin des Plantes kann super mit den anliegenden Museen kombiniert werden. Dort befindet sich außerdem ein altes Karussell mit ganz besonderen Tieren wie z.B. Dodos und Mammuts.

Freiheitsstatue: Die Statue war Frankreichs größtes Geschenk an die USA. Wie wäre es mit einer Schnitzeljagd? In Paris finden sich gleich mehrere Exemplare in unterschiedlichen Größen. Eine große Variante steht u.a. auf der Ile aux Cygnes und eine kleine Variante im Jardin de Luxembourg.

Jardin des Plantes
Jardin des Plantes
Galerie de l’Evolution
Galerie de l’Evolution

Montmartre: Ein wunderschönes Viertel voller Künstler mit dem belebten Platz Place du Tetre und der beeindruckenden Kirche Sacré-Coeur. Kinder lieben die Standseilbahn, die Besucher bequem den Hügel zur Kirche hinauf bringt. Die Standseilbahn gehört zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und kann somit bei einer Metro-Tageskarte kostenlos genutzt werden. Wir sind daher mit der Metro zu einer Station unterhalb von Montmartre angereist (z.B. M12 – Abbesses M2 Pigalle), um dann mit der Standseilbahn den Hügel hochzufahren. Vom Vorplatz der Kirche hat man einen schönen Blick auf Paris. Die Kirche Sacré-Coeur kann kostenlos besucht werden. In Montmartre findet man außerdem einige besondere Ecken, die Geschichte erzählen. Da wäre z.B. der Mann, der durch die Wand geht am Place Marcel Aymé, die Je t’aime Mauer (hier gibt es auch einen Spielplatz für kleine Kinder) oder der letzte Weinberg in Paris.
Nette Bäckereien für einen Snack auf der Hand gab es in der Rue Lepic (z.B. Les Petits Mitrons)

Flanieren: Besonders schön zum Schlendern mit Kindern ist u.a. das historische Marais-Viertel, das bunte Viertel Montmartre und die Welter der Passagen oberhalb der ehemaligen Börse.

Je t’aime Mauer
Flanieren durch die Pariser Straßen
Place Marcel Aymé

Tipp

  • Zu jeder vollen Stunden am Abend glitzert der Eiffelturm für fünf Minuten. Ein wunderschönes Erlebnis. Fotos und Videos vom leuchtenden und glitzernden Eiffelturm sind übrigens urheberrechtlich geschützt und dürfen nur privat genutzt werden.
  • Einen schönen und ruhigen Ausblick auf den Eiffelturm hat man vom Seine-Ufer am Port Debilly.
  • Es gibt verschnörkelte, kostenlose Trinkbrunnen an vielen Orten in Paris. Wasserflasche einpacken und vor Ort auffüllen.
  • Ein Bericht über unseren Besuch im Disneyland Paris findet ihr hier.